Schritte der Endoskop-Aufbereitung und ihre Herausforderungen

Die Endoskopie hat die Medizin revolutioniert und ermöglicht minimalinvasive Eingriffe sowie eine korrekte Diagnostik. Die Endoskopie hat die Medizin revolutioniert und ermöglicht minimalinvasive Eingriffe sowie eine korrekte Diagnostik. Die ordnungsgemäße Aufbereitung von Endoskopen ist jedoch von entscheidender Bedeutung, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten und Krankenhausinfektionen (Healthcare-Associated Infections, kurz HAI) zu verhindern.

Was sind die wesentlichen Schritte bei der Endoskopaufbereitung?
Gibt es Herausforderungen, die bei diesem wichtigen Prozess zu bewältigen sind?

Bringen wir Licht ins Dunkel des Endoskop-Aufbereitungsprozesses und beantworten gemeinsam diese Fragen.

Schritt 1: Anwendung an Patienten

Ein Endoskop ist ein flexibler Schlauch, an dem eine Lampe und eine Kamera angebracht sind, welche in Echtzeit hochauflösende Videos aus dem Körperinneren der Patienten auf einen Farbfernsehbildschirm in der Klinik/im Krankenhaus überträgt.
Es kann bei nicht-chirurgischen Eingriffen verwendet werden, indem das Endoskop über den Mund oder Po der Patienten eingeführt wird.
Endoskope kommen zunehmend anstelle herkömmlicher chirurgischer Verfahren zum Einsatz, da sie weniger invasiv, zeitaufwendig und schmerzhaft sind.

Da diese Instrumente im Körperinneren eingesetzt werden, müssen sie sorgfältig aufbereitet werden, ehe sie bei den nächsten Patienten wieder zum Einsatz kommen.

Schritt 2: Reinigung am Behandlungsort

Die Aufbereitung eines Endoskops beginnt nach seiner Verwendung am Patienten.

Der erste Schritt der Endoskopaufbereitung ist die Reinigung noch am Behandlungsort. Dabei werden grobe Verunreinigungen wie Blut, Gewebe und andere Ablagerungen von den Oberflächen und inneren Kanälen des Endoskops entfernt. Diese Reinigung erfolgt unmittelbar nach der Verwendung des Endoskops. Es ist wichtig zu betonen, dass die Reinigung noch vor Ort nicht für eine hochgradige Desinfektion oder Sterilisation ausreicht, sie ist jedoch ein entscheidender erster Schritt, um eine wirksame nachfolgende Reinigung zu ermöglichen.

Schritt 3: Dichtheitsprüfung

Nach der Reinigung am Behandlungsort müssen die Endoskope sicher in den Aufbereitungsraum transportiert werden, wo sie einer Dichtheitsprüfung unterzogen werden, um mögliche Schäden oder Defekte festzustellen. Durch die Dichtheitsprüfung, die unbedingt vor der manuellen Reinigung durchgeführt werden muss, wird sichergestellt, dass das Endoskop intakt ist und dass keine Flüssigkeiten in Bereiche eindringen können, die während der nachfolgenden Reinigungs- und Desinfektionsschritte schwer zugänglich sind.

Der Test muss sorgfältig durchgeführt werden, um selbst kleinste Lecks zu ermitteln, welche die einwandfreie Funktion des Endoskops sowie den anschließenden Desinfektionsprozess kompromittieren könnten. Werden Undichtigkeiten nicht erkannt und behoben, können die Endoskope schwer beschädigt und nicht wirksam desinfiziert werden, was ein Risiko für die Patienten darstellt.

Schritt 4: Manuelle Reinigung

Die manuelle Reinigung ist ein wichtiger Arbeitsschritt, bei dem die Außenflächen, Kanäle und das Zubehör des Endoskops gründlich gereinigt werden. Hierzu werden üblicherweise Einweg-Reinigungsmittel, Einwegbürsten, und Spülgeräte verwendet, um alle organischen und anorganischen Rückstände, einschließlich Biofilm, zu entfernen, welche nach der Vorreinigung zurückgeblieben sein können. Die für die manuelle Reinigung verwendeten Reinigungslösungen sollten nicht wiederverwendet werden. Aufgrund ihres komplexen Designs und der engen Kanäle sind Endoskope komplizierte Instrumente, die manuell nur schwer zu reinigen sind. Die Spalten, Fugen und empfindlichen Bauteile erfordern eine sorgfältige Detailarbeit. Durch eine unzureichende Reinigung hinterlassene Restverunreinigungen können zu Kreuzkontaminationen führen und die Patientensicherheit gefährden.

Eine der größten Herausforderungen bei der manuellen Reinigung ist Zeitdruck. Das medizinische Personal muss diesen Schritt unverzüglich durchführen, um die Bildung eines Biofilms zu verhindern, in welchem sich schädliche Mikroorganismen ansiedeln können. Die Eile, mit der die Vorreinigung durchgeführt wird, kann jedoch wiederum zur Folge haben, dass Verunreinigungen unvollständig entfernt werden, was die Sicherheit der Patienten gefährden kann.

Die Reinigung noch am Behandlungsort und die anschließende manuelle Reinigung sind die wichtigsten Schritte in der Endoskopaufbereitung, da es in der Tat unmöglich ist, unzureichend gereinigte Geräte wirksam zu desinfizieren oder gar zu sterilisieren. Unser Gerät EPW 100 S, welches den manuellen Reinigungsprozess unterstützt und die Dichtheitsprüfung automatisch durchführt, ist mit einer benutzerfreundlichen HMI ausgestattet und ermöglicht eine berührungslose Instrumenten- und Bedieneridentifikation mittels integriertem Barcode-Leser oder RFID-System.
EPW 100 S kann mit einem integrierten Drucker ausgestattet werden sowie mit der SteelcoData Trackingsoftware kommunizieren und so die vollständige Rückverfolgbarkeit des Prozesses ermöglichen.
Nach der Bürstenreinigung garantiert das Gerät eine automatische Wasch-, Spül- und Entleerungsphase jedes einzelnen Kanals. Auf diese Weise wird die Gesundheit der Mitarbeitenden geschützt und das Risiko von Überlastungsverletzungen verringert.

Schritt 5: Hochgradige Desinfektion oder Sterilisation

Nach der manuellen Reinigung, welche durch automatisierte Geräte wie EPW 100 S unterstützt werden kann, müssen Endoskope je nach spezifischem Verfahren und geltenden Vorschriften einer hochgradigen Desinfektion in automatischen Endoskop-Aufbereitungsgeräten (Automatic Endoscope Reprocessors, kurz AERs) oder einer Sterilisation unterzogen werden. Die hochgradige Desinfektion inaktiviert ein breites Spektrum von Mikroorganismen, während die terminale Sterilisation die vollständige Beseitigung aller Mikroorganismen, einschließlich bakterieller Sporen, gewährleistet und nur aufrechterhalten werden kann, wenn die Instrumente in Sterilbarrieresystemen (SBS) geschützt sind.

Steelco AERs können auch Sterilisationsverfahren mit Flüssigchemikalien durchführen, die im Vergleich zu einfachen Hochleistungsdesinfektionszyklen bessere Ergebnisse erzielen, auch wenn aufgrund eines fehlenden SBS die Sterilität im Laufe der Zeit nicht gewährleistet werden kann. Dies ist die bevorzugte Lösung zur Behandlung besonders kritischer Endoskope.

Die Kompatibilität zwischen Endoskop und Desinfektions-/Sterilisationsverfahren muss sichergestellt sein, daher muss jeder Hersteller von Endoskopreinigungsgeräten Typentests durchführen, um die Wirksamkeit des gewählten Verfahrens zu überprüfen.

Die in der ISO-Norm 15883-4 festgelegten Anforderungen betrachten alle Reinigungsgeräte für Endoskope als geschlossene Systeme, die ausschließlich mit Chemikalien arbeiten sollten, welche vom Hersteller der AER vollständig typgeprüft und validiert worden sind.

Die falsche Auswahl der Verfahren oder die unzureichende Validierung des Prozesses kann zu Schäden an den Endoskopen und einer unwirksamen Desinfektion führen und damit die Sicherheit der Patienten beeinträchtigen.

Zur Unterstützung der Mitarbeiter bei der Aufbereitung von Endoskopen gewährleisten unsere automatisierten Endoskop-Aufbereitungsgeräte der EW-Serie Effizienz, Infektionsschutz und einen kostengünstigen Betrieb dank spezieller Workflow-Lösung, der vollständigen Integrierbarkeit mit unserer SteelcoData Ares Rückverfolgbarkeitssoftware, sowie berührungslosen RFID-Prozessen und der einzigartigen OCS – One-Time Connection System Technologie, welche die Aufbereitungsschritte beschleunigt und gleichzeitig das Risiko von Fehlern und Kreuzkontaminationen minimiert.

Schritt 6: Trocknung und Lagerung

Der letzte Schritt umfasst die gründliche Trocknung und ordnungsgemäße Lagerung des desinfizierten Endoskops. Eine wirksame Trocknung ist entscheidend, um das Wachstum von feuchtigkeitsliebenden Mikroorganismen zu verhindern, während die ordnungsgemäße Lagerung einer erneuten Kontamination vor der nächsten Verwendung vorbeugt. Unsere Trocken- und Lagerschränke ermöglichen das Trocknen und Lagern flexibler Endoskope und schützen aufbereitete Endoskope vor Kontaminationen, indem sie die mikrobiologische Integrität für bis zu 840 Stunden aufrechterhalten.

 

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bewältigung von Herausforderungen wie Zeitdruck, komplexen Bauarten und Kompatibilitätsproblemen für eine sichere und effektive Endoskopaufbereitung von entscheidender Bedeutung ist. Für die Gewährleistung der Patientensicherheit und die Aufrechterhaltung der Integrität von Einrichtungen des Gesundheitswesens sind kontinuierliche Forschung und Entwicklung, verbesserte Technologien, Aufklärung und die Einhaltung von Richtlinien unerlässlich.

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